Willkommen in Köln: Erfolgreicher Einstieg in die Pflege

Stolz präsentieren sie ihre Zertifikate. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Qualifizierung zur „Fachkraft für Pflege und Betreuung“ haben den Kurs, den das Kölner Institut für Berufliche Bildung (IBB), in Kooperation mit dem Personaldienstleister TREMONIA, dem ESF Projekt CHANCE+ sowie der Job-Offensive Köln (JOK) organisiert hat, erfolgreich abgeschlossen. So haben sie den ersten Einstieg ins Berufsleben geschafft.

Deutschkurs zur Vorbereitung

Beim siebenmonatigen Kurs handelt es sich um eine Kombimaßnahme, an der Menschen mit Fluchthintergrund und weitere hochmotivierte Menschen im Hilfebezug teilnehmen konnten. Teilnehmende mit noch geringen Deutschkenntnissen hatten dabei die Möglichkeit einen vorgelagerten Sprachkurs beim Institut für Berufliche Bildung zu besuchen, in dem sie besonders das Fachvokabular für den pflegerischen Bereich erlernten. An die fünfmonatige Qualifizierung schließt am Ende ein vierwöchiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung an. „Von den ursprünglich 15 Teilnehmenden haben 12 Personen die Prüfung bestanden und ihr Praktikum erfolgreich absolviert“, berichtet Alrun Drefke, IBB Koordinatorin. Für viele von ihnen haben sich durch dieses Praktikum Möglichkeiten auf weitere Beschäftigungen in Form von Ausbildungsplätzen, Minijobs oder Teilzeitbeschäftigungen ergeben. „Eine toller Erfolg, den wir gemeinsam durch die Vernetzung verschiedener Akteure geschafft haben“, bestätigt Silke Martmann-Sprenger, Koordinatorin des ESF-Projektes CHANCE+, das sich intensiv für die Integration von geflüchteten Menschen in Arbeit einsetzt.

Nach dem Einstieg – kommt die Ausbildung

Djibril Conte aus Guinea ist einer der erfolgreichen Absolventen des Kurses. Sein Praktikum machte er im Caritas Altenzentrum Cardinal Frings Haus. „Die Arbeit hat mir sehr gut gefallen. Mit meinem Arbeitsplan und der Arbeit in der Frühschicht war ich zufrieden, da ich dort besonders viel lernen konnte und gut unterstützt wurde“, erzählt er. Auch mit seinen Kollegen habe er sich hervorragend verstanden und alle Beteiligten seien traurig über das Ende des Praktikums gewesen. Doch Djibril Contes Abschied wird voraussichtlich nicht von langer Dauer sein, denn er bekommt die Chance in Form eines Minijobs dort weiter zu arbeiten, bis er voraussichtlich im September die Ausbildung zum Altenpfleger beginnen kann.

Auch Anh-Tu Bui ist zufrieden mit dem Kurs und seinem Praktikum in einem Seniorenzentrum in der Südstadt: „Das Praktikum war für mich eine große Herausforderung, aber ich wurde sehr gut angeleitet und geschult.“ Sein Engagement wurde schließlich durch das Angebot einer Teilzeitstelle belohnt, die er gerne annimmt.

Yosef Gebre aus Eritrea hat im Kurs und bei seinem Praktikum bei „Meddem em Lewe“- Demenz leben und gestalten viel gelernt. „Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen hat mir großen Spaß gemacht“, sagt er. Sein Praktikum kann er zurzeit fortführen, bis er einen Arbeitseinstieg gefunden hat.

Sana Rasul aus dem Irak hat es als Mutter von zwei kleinen Kindern geschafft, den Kurs und ihr Praktikum beim Deutschordens-Wohnstift Konrad Adenauer in Neubrück erfolgreich zu absolvieren. Sie hat dort nun eine Teilzeitstelle bekommen, bei der sie die Arbeitszeiten perfekt auf ihre Kinder abstimmen kann und so Beruf und Familie unter einen Hut bringen kann.

Teilnehmende unterstützen sich gegenseitig

Für alle Teilnehmenden bedeutete der Kurs viel Arbeit und intensives Lernen, ihre Mühen wurden jedoch in vielfacher Weise belohnt. Mit den Dozenten und den Mitarbeitenden des Weiterbildungsanbieters IBB waren alle sehr zufrieden und dankbar für deren Einsatz und Hilfsbereitschaft. „Wir Teilnehmenden untereinander haben uns wirklich super verstanden und uns gegenseitig geholfen, vor allem beim Deutschlernen“, sind sich alle bei der Zertifikatsübergabe einig. Auch Alrun Drefke und Stefan Heinen, ebenfalls Koordinator beim IBB, bewerten den Ablauf des Kurses durchweg positiv. „Wir planen bereits den nächsten Kurs, der im Frühling mit 15 Teilnehmenden starten wird.“

Neue Qualifizierung in Planung

Daniele Rongione, Arbeitsvermittler der Job Offensive Köln, sowie Sevim Kaya, Arbeitsvermittlerin von CHANCE+, suchen für die neue Qualifizierung aktuell neue Bewerber*innen. „Voraussetzungen dafür sind, dass sich Menschen einen Beruf in der Pflege vorstellen können, motiviert sind und bereits gute Deutschkenntnisse, mindestens auf B1-Niveau, mitbringen“, berichtet Daniele Rongione. Darüber hinaus ist für die Qualifizierung ein Bildungsgutschein vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit notwendig. „Die Einstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind nach bestandener Prüfung bestens“, so Rongione weiter.