FAQ

Arbeiten in Deutschland
Fragen und Antworten

Darf ich in Deutschland arbeiten?

Der Aufenthaltsstatus legt fest, ob ein/e Geflüchtete/r oder Asylbewerber/-in in Deutschland arbeiten darf.

Personen, die über eine Aufenthaltserlaubnis, einen Ankunftsnachweis (ehemals BÜMA – Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender), eine Duldung oder über eine sogenannte Duldungsfiktion verfügen, dürfen sofort oder nach einer bestimmten Zeit einer Tätigkeit nachgehen. Dies ist abhängig von der Beschäftigungsart.

Personen, die eine Aufenthaltsgenehmigung besitzen, dürfen ohne Zustimmung der Agentur für Arbeit arbeiten – als Angestellte oder Selbstständige. In einigen Fällen ist eine formale Zustimmung der Ausländerbehörde erforderlich.

Ab wann darf ich in Deutschland arbeiten?

Im Allgemeinen gilt eine Wartefrist von drei Monaten ab Ausstellung des Ankunftsnachweises. In Ausnahmefällen kann die Frist bis zu sechs Monate betragen.

Asylbewerber/-innen und geduldete Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern (Albanien, Bosnien, Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien), deren Asylgesuch nach dem 31. August 2015 gestellt und abgelehnt wurde, dürfen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Wo erhalte ich eine Beschäftigungserlaubnis?

Die Beschäftigungserlaubnis wird von der zuständigen Ausländerbehörde ausgestellt. Den Antrag stellt die/der Asylsuchende/r, der/die Asylbewerber/-in bzw. der oder die geduldete Person.

Muss die Bundesagentur für Arbeit einer Beschäftigung zustimmen?

Ja. Sobald die Beschäftigungserlaubnis durch die Ausländerbehörde erteilt wurde, prüft die Bundesagentur für Arbeit die Beschäftigungsbedingungen  (Arbeitsentgelt und Arbeitszeit) und erteilt die Zustimmung zur Arbeitsaufnahme. In einigen Regionen führt die Arbeitsagentur zusätzlich eine Vorrangprüfung durch. Dabei geht es darum, ob die angebotene Tätigkeit  von einem/r Deutschen oder einem/r anderen EU-Bürger/-in, das heißt von einer Person mit uneingeschränktem Arbeitsmarktzugang,  ausgeübt werden kann. In der Projektregion von CHANCE+ (Köln, Bonn, Düsseldorf, Mettmann) ist die Vorrangprüfung ausgesetzt.

Darf ich ein Praktikum machen?

Asylsuchende, Asylbewerber/-innen und geduldete Menschen können ein Praktikum ausüben, sobald sie nicht mehr in einer Aufnahmeeinrichtung leben. Es gelten dieselben Wartezeiten wie für die Aufnahme einer Arbeit. Praktika zur beruflichen Orientierung, die die Dauer von drei Monaten nicht überschreiten, sind von der Genehmigungspflicht durch die Bundesagentur für Arbeit befreit. Gleiches gilt für Praktika im Rahmen einer Berufsausbildung oder eines Studiums.

Geflüchtete aus sicheren Herkunftsländern dürfen keine Praktikumsstelle annehmen, wenn ihr Asylantrag ab dem 1. September 2015 gestellt und abgelehnt wurde.

Darf ich eine Ausbildung machen?

Grundsätzlich ja. Die Bedingungen richten sich nach dem Aufenthaltsstatus.
Asylsuchende und Asylbewerber/-innen können nach Ablauf der Wartefrist eine Ausbildung beginnen. Hierfür ist die Zustimmung der Ausländerbehörde notwendig. Die Bundesagentur für Arbeit muss nicht  zustimmen.

Geduldete Personen können ebenfalls eine Ausbildung machen. Sie benötigen die Genehmigung der Ausländerbehörde. Nach Abschluss der Berufsausbildung erhält die geduldete Person eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis um zwei Jahre, sofern sie im Ausbildungsbetrieb weiterbeschäftigt wird oder eine andere Stelle findet. Falls das Angestelltenverhältnis nach Abschluss der Ausbildung endet, erhält der/die Ausgebildete eine Duldung für weitere sechs Monate, um sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen.

Asylbewerber/-innen und Geduldete aus einem sicheren Herkunftsland dürfen keine Ausbildung beginnen, wenn sie ihren Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt haben und dieser abgelehnt wurde.

Weitere Informationen zum Thema Ausbildung

Interview WDRforyou mit Doris Kölsch (Chance+)

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Weitere Infos und Übersichten unter:
www.einwanderer.net/uebersichten-und-arbeitshilfen/